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Der diesjährige Kulturtripp der Freien Wähler führte in die Landkreise Starnberg und Bad Tölz.

Spruch der Woche:

Die Weise, wie man gibt, gilt mehr, als was man gibt.

Pierre Corneille

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60 Jahre FWG - Historie

 

 

 

 

Ein  Rückblick,  der nicht nur der Erinnerung dienen soll.

Gegeben am 9. Oktober 2011 von Ehrenmitglied

Helmut Riedel, Germering.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder und Gäste !

Eine 60 Jahre dauernde Vereinsgeschichte ist es sicher Wert Rückschau zu

halten, wobei es schwer fällt von vielen noch persönlich erlebten guten Be-

kannten und Freunden sprechen zu müssen, die heute nicht mehr unter den

Lebenden weilen. Auch aus sonstigen Gründen, wie z.B. Ortswechsel, sind

etliche Mitstreiter nicht mehr bei der Gruppe.

 

Ein Rückblick wurde am 28. Nov. 1981 im Jahre des 30-jährigen Be-

stehens verfaßt. Das 40-jährige wurde dann ausgelassen, aber zum 50-sten

bestehen erfolgte wieder eine Zusammenfassung, die inhaltlich auch heute

Berücksichtigung findet. Vieles ist seitdem geschehen, was auch

genannt werden soll.

Diese Zusammenfassung kann aber sicher nicht vollständig mit allen De-

tails sein, da damit der Zeitrahmen der heutigen Veranstaltung gesprengt

werden würde.

 

Kurz zusammengefaßt sei daher als Beginn darauf hingewiesen, daß im

Zeitpunkt der durch die Besatzungsmacht wieder erlaubten Bildung von

Vereinen und Parteien auch die Freien und Unabhängigen Gruppierungen

entstanden. Im Bereich der Selbstverwaltung war in der Legislaturperiode

1948-52 Franz Brunner als Gemeinderat gewählt und hier als Referent für

Gewerbe zuständig.

 

Da es hierüber bei uns aber keine Unterlagen mehr gibt und auch keine

Vereinschronik besteht, können wir nachweisbar erst das Jahr 1951 als

Ausgangspunkt für den Bestand einer freien Gruppe heranziehen.

 

Seitdem entwickelten sich in den folgenden 60 Jahren die Freien Wähler als feste

Größe in Bayerns Kommunalpolitik und auch in Germering.

Der oben genannte Franz Brunner kandidierte auch 1952, und zwar als

Spitzenkandidat.

 

Rathauspolitik ohne Parteibuch, nur am Gemeinwohl orientiert war immer

das Ziel, sowohl in der Gemeinde, als auch für den Kreistag.

Es wurden Freunde gesucht und gefunden, die sich zwar engagieren, aber

nicht einer Partei beitreten wollten. Hier bemühte sich intensiv Fritz Sutor

sen., den Bürgermeister Josef Kistler einmal den Vater der FWG nannte.

Vom Vater kurz zum Kind, bzw. der Namensgebung. Neben dem sogen.

Familiennamen "Wählergemeinschaft Germering" bekam das Kind

anscheinend die 2 Vornamen "unabhängig" und "frei".

 

1956 kandidierte man als "Unabhängige Wählergemeinschaft Germering"

und ab 1956 dann als "Freie Wählergemeinschaft Germering".

1952 ging man in die Wahl mit einem Bürgermeisterkandidaten, nämlich mit

Martin Keller sen., dem Vater unseres Mitgliedes Martin Keller. Er wurde

gewählt und mit ihm zogen die Herren  Sutor als Referent für das Bauwesen

und Brunner als Schulreferent in den damals 12-köpfigen Gemeinderat ein.

Auch die entstandenen Kosten waren noch vertretbar. 500 Wahlprospekte

DIN A 4, 100 Plakatstreifen für 57,50 DM und nur eine Wahlversammlung

waren alles an Vorbereitung und Wahlkampf.

 

1956 verstarb Bürgermeister Keller. In der neuen Liste wieder bekannte

Bürger, wie Sutor, Treiterer, Huber Leonhard und erstmals Voithenleitner

Ludwig jun., Sammer, Lenk, sowie Josef Kistler, der als Bürgermeisterkan-

didat antrat. Kistler wurde 2. Bürgermeister und in den Gemeinderat

gewählt die Herren Sammer und Lenk.

 

1960 kam zu den bereits genannten Namen nun auch Lorenz Schuler sen.

hinzu und auch Fritz Bachhuber gehörte schon zur Gruppe. Als Bürger-

meister gewählt wurde Josef Kistler und in den Gemeinderat kamen Sutor,

Voithenleitner, Sammer und Sedlmair.

 

1966 kandidierten z.B. wieder Sammer, Sutor, Sedlmair, Treiterer, Voithen-

leitner,  Huber Leonhard, Bachhuber, Schrupp, Lindner, Kollroß, Kieh-

bacher, Kockegey und erstmals auch Riedel Helmut und Huber Josef.

Bürgermeister Kistler wurde, unterstützt von allen Parteien, als Bürger-

meister wiedergewählt. Er war 1964 aber zu einer Partei gewechselt.

In den Gemeinderat gewählt wurden Sammer und Sedlmair.

 

1972 kam Bürgermeister Kistler wieder zu seinen Freien Wählern zurück

und wurde wieder gewählt. Mit ihm kamen in den Gemeinderat Sutor Kon-

rad, Uwe Claus, Alfred Neupert, Josef Huber und Heinrich Hümmer.

Nachgerückt sind Maria Hacker für Claus und Erich Zipfel für Hümmer.

 

Am 10. März 1974 verstarb nach kurzer Krankheit Bürgermeister Josef

Kistler. In der folgenden Neuwahl stellte die FWG mit Helmut Riedel wieder

einen eigenen Kandidaten gegen die Mitbewerber Wolfgang Vogelsgesang

(CSU) und Dr. Peter Braun (SPD). Dr. Braun wurde Bürgermeister.

 

Ehe ab 1978 ein neuer Abschnitt der Kommunalpolitik mit der Zusam-

menlegung der Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen begann,

möchte ich noch das Umfeld der Freien Wähler in Germering umschreiben.

Der starke Bevölkerungszuzug durch die Siedlungstätigkeit ab etwa Mitte

der 60ziger Jahre brachte dem sogen. bürgerlichen Lager, also auch der

FWG keinen Aufschwung. Unser Anhang und die vielen Mitarbeiter, die nie

auf einer Liste standen und trotzdem so wichtig für die innere Funktion

einer Gruppe sind,  kamen im wesentlichen aus dem Altdorf und den ört-

lichen Vereinen, in denen die Freien Wähler mit Gemeinsinn und Bürger-

initiative aktiv tätig sind. Sie haben auch als Spender und Förderer die

Arbeit erst ermöglicht und ihnen gilt insoweit auch Dank zu sagen.

 

Lassen Sie mich einige Aktivitäten aufzählen, denn auch in der Liste von

Gründungs- und Vorstandsmitgliedern sind viele der auch heute hier

anwesenden enthalten.

 

Der erste Förderverein Alte Dorfkirche St. Martin e.V. entstand z.B. aus

einer Aktion der Freien Wähler. Zu den Gründungsmitgliedern des SV

Germering gehören Bürgermeister Kistler und Helmut Riedel. Namen und

Personen sehen wir oft in der Verbindung mit einem Verein, wie z.B. Ludwig

Voithenleitner und Josef Huber = Freiwillige Feuerwehr, Fritz Bachhuber

mit den Sportfischern, Herbert Thiemann mit dem Trachtenverein Rübe-

zahl, Josef Huber mit dem Männerchor Germering, Sylvester Neßlauer mit

der Theatergruppe vom Männerchor, Helmut Riedel mit dem Förderverein

Alte Dorfkirche, Paul Doetsch mit dem Deutsch-französischen Verein, Klaus

Barthelt mit dem Deutsch-ungarischen Verein (beide 1. Vorsitzende gewe-

sen), Georg Niembs  mit dem Verein Jugendheim Rübezahl e.V., Konrad

Sutor mit dem Bund Naturschutz und der Aktion saubere Landschaft,

Walter Fischer mit dem Förderverein Bürgerzentrum und dem gemischten

Chor als Satzungshelfer,  Helmut Riedel und Georg Niembs mit der Lands-

mannschaft Schlesien und dem Bund der Vertriebenen, das Ehepaar Barth

mit dem Kirchenchor St. Martin und die Familie Sutor mit der Volks-

hochschule und der evangelischen Jesus Christus-Kirche.

 

Sie sehen also in welchen Bereichen überall Tätigkeiten ausgeübt werden

und wurden, denn sicher wurden jetzt auch Namen in Erinnerung gebracht,

die nicht mehr aktiv sein können. Aber bei etwas suchen würde man sicher

wohl auch noch andere Verbindungen finden.

 

Letztlich sei auch noch an die Vorsitzenden erinnert, wie an Fritz Sutor sen.,

der auch im Kreis tätig war und nach seiner aktiven Zeit am 1. Juni 1976

zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Oder zwischenzeitlich auch Josef

Kistler, Remigius Sammer und Helmut Riedel, der am 28. 11. 1981 Ehren-

mitglied wurde, Konrad Sutor,  Josef Huber und nun natürlich Maria

Hacker-Hausmanns. Allen gilt der Dank für eine lange und

aufopferungsvolle, ehrenamtliche Arbeit für die gemeinsame

Sache zum Allgemeinwohl von Germering.

 

1978 kam dann der Zusammenschluß beider Gemeinden und es war sinnvoll

Kontakte der freien Gruppierungen herzustellen und Gemeinsamkeiten zu

erforschen. Es kam zu einer Listengemeinschaft mit der Unabhängigen

Bürgergemeinschaft Unterpfaffenhofen (UBG) und zur Unterstützung des

Bürgermeisterkandidaten Rudi Bay, der dann auch gewählt wurde. Mit ihm

zogen in den nun 40 Personen großen Gemeinderat von der FWG Konrad

Sutor als Ortsverschönerungsreferent, Josef Huber, Maria Hacker und Ge-

rald Krause als Schulreferent ein. Nachrücker wurden Alexander Sorgalla

und Walter Fischer .

 

Die Gemeinsamkeit mit der UBG blieb auch 1984 und 1990.  Sie hält bis

heute an und führte uns auch gemeinsam in die Wahlen von 2002 und 2008.

Nachdem 1991 Germering zur Stadt erhoben wurde, führte das letztlich zu

neuen Überlegungen.

 

Deshalb erfolgte 1996 ein Zusammenschluß in einem gemeinsamen Wahl-

vorschlag zwischen  FWG / UBG und BVUG. Diese dritte freie Gruppe unter

einer Listennummer sollte den Wählern die Entscheidung  erleichtern.

Das Ergebnis war eher enttäuschend, da nur noch Josef Huber für die FWG,

Alfred Streicher und Frau Küfner Mandate erhielten.

Nach einer Nachzählung musste dann Josef Huber sein Mandat an Gerald

Krause abtreten, sodass die FWG nicht mehr vertreten war.

 

Es traten dann 2002 und 2008  wieder nur die 2 Gruppen FWG / UBG

mit einer gemeinsamen Liste an, was allerdings zur Folge hatte,

daß 2002 Unterstützungsunterschriften benötigt wurden, die aber nach dem

bisherigen Auftreten in der Öffentlichkeit sicher erreicht werden konnten.

Im Jahre 2002 wurden dann Josef Huber und Gerald Krause in den Stadtrat

gewählt.

 

2008 konnte Josef Huber, Franz Hermansdorfer und Gerald Krause in das

Gremium einziehen.

 

2011 wurde Josef Huber von Martina Seeholzer abgelöst.

 

Auch im Vorstand der FWG gab Herr Huber den 1. Vorsitzenden an die

bisherige 2. Vorsitzende Maria Hacker-Hausmanns ab und übernahm die

Stellvertretung nun als 2. Vorsitzender.

 

Stadtrat Josef Huber erhielt am 1.Juli 2010 eine Dank- und Anerkennungsurkunde des

Bayerischen Staatsministerium des Innern für sein langjähriges verdienstvolles Wirken in

der Kommunalen Selbstverwaltung.

 

2010 eröffnete die FWG ihre eigene Homepage (fw-germering.de), sodass das

Wichtigste, wie auch die hier vorgetragene Vereinsgeschichte öffentlich zugänglich ist.

 

Nachzutragen gilt noch ein Wort zum Rechtsstatus unserer FWG.

 

In der Hauptversammlung vom 24.7.1979 wurde eine neue Basis beschlossen. Der

Verein FWG wurde neu gegründet, gab sich eine Satzung und ist seit dem 2.6.1981

unter Nr. VR 304 im Vereinsregister beim Amtsgericht Fürstenfeldbruck als

gemeinnütziger Verein eingetragen. Damit sind vorgegebene Formalitäten einzuhalten.

Es wird aber auch ein Mitgliedsbeitrag erhoben, der dem Verein eine gewisse finanzielle

Grundlage sichern soll.

 

Viele interessante Dinge gäbe es noch zu berichten. Dies würde aber hier und heute den

Rahmen sprengen.

 

Wir Freien Wähler können zufrieden auf gelungene und spannende 60 Jahre zurück

blicken und werden uns auch künftig kräftig einmischen, denn

 

„Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger."

(Perikles, athenischer Staatsmann ca. 500 bis 429 v. Chr.)

 

Packen wir es an, damit es weiter gelingt!

 

Ich danke Ihnen.

 

Helmut  Riedel

Eisenbahnstr. 27

82110 Germering.

/ 9.10.2011